Brauchen lokale Unternehmen anderen Content?

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Brauchen lokale Unternehmen anderen Content?

Du hast also ein kleines, lokales Unternehmen als Kunden, oder bist dort als Social-Media-Manager/Content-Manager/Mensch fürs Internet angestellt. Wie entscheidest du, welcher Content für Unternehmensseite, Blog, Social Media wichtig und richtig ist?

Ganz grundlegend ist für Unternehmen nur eine Art Content wichtig: Content, der konvertiert. Das soll heißen, bei der Contenterstellung sollten immer Kundengewinnung und Umsatz im Vordergrund stehen. Bei lokal tätigen Unternehmen muss zusätzlich darauf geachtet werden, eben auch die lokale Zielgruppe zu bedienen. Schließlich ist es überhaupt nicht zielführend, ein deutschlandweites Publikum anzusprechen, wenn nur die jeweilige Region bedient wird. Dies gilt umso mehr, weil gerade bei kleineren Unternehmen die Budgets für Content und Social Media beschränkt sind und deswegen besonders effektiv eingesetzt werden müssen.

Endziel: Die Positionierung

Ganz wie „in der guten alten Zeit“ geht es auch heute darum, DER Name schlechthin für eine bestimmte Dienst- oder Handwerkerleistung oder ein bestimmtes Produkt zu werden. Das langfristige Ziel ist also, die anerkannte Autorität für den jeweiligen Fachbereich in der jeweiligen Region zu werden, quasi das Tempo/Tesa/Uhu für das eigene Angebot.

Dass das Unternehmen, für das du arbeitest, auch wirklich das Beste in seinem Bereich ist, das setzen wir einfach mal voraus. Vielleicht ist es aber nicht das bekannteste, und genau das willst du ändern.

Was erwarten die Kunden?

Natürlich musst du auch ganz „banal“ die Erwartungen der Seitenbesucher erfüllen. Sie kommen auf die Unternehmenswebsite oder die Facebookseite, um gezielt Informationen zu finden. Das sind typischerweise Adresse, Telefonnummer, Ansprechpartner für bestimmte Leistungen, Öffnungszeiten, Bestellmöglichkeiten, Termine von Events wie etwa dem Tag der offenen Tür, verkaufsoffenen Sonntagen, Fabrikführungen, Workshops, Jubiläen, Hinweise auf Sonderangebote, Rabatte oder Fabrikverkäufe – je nach Unternehmen eben.

Einblick ins Unternehmen

Gerade im lokalen und regionalen Bereich darf und sollte es „menscheln“, das heißt: Du darfst dem Unternehmen gerne ein Gesicht geben. Gerade wenn die Firma nicht den Namen der Unternehmer trägt, kann man so den lokalen Zusammenhang herstellen. Wenn das Unternehmen für technische Dienstleistungen beispielsweise Karupia heißt, sagt das den potenziellen Kunden vermutlich nichts. Wenn aber der Mair Hansi als Gründer und Besitzer angegeben ist, dann können die Kunden damit schon eher etwas verbinden, vielleicht einen ehemaligen Nachbarn, einen alten Schulkameraden, oder den Hansi, der damals mit der Stieftochter des Großonkels gegangen ist.

Das mag provinziell klingen, aber genauso verringert sich die Distanz zwischen Unternehmen und potenziellen Kunden drastisch. Wir alle neigen dazu, das Unternehmen, das Produkt, die Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, das uns emotional näher steht. Diese emotionale Nähe schafft man eben gut durch Transparenz und Zugänglichkeit.

Zugänglichkeit bedeutet hier nicht nur Maßnahmen wie beispielsweise Fotos des Teams auf die Website zu stellen. Zugänglichkeit bedeutet für dich vor allem auch: Alle Informationen, die die Kunden brauchen und wollen, leicht auffindbar und nötigenfalls verständlich aufbereitet verfügbar zu machen.

Was braucht das Unternehmen?

Natürlich soll sich die Investition in Content- bzw. Social-Media-Manager lohnen. Der erste Schritt dazu ist das Sichtbarwerden, so dass das Unternehmen online überhaupt wahrgenommen wird. Die beste Website konvertiert nicht, wenn sie nicht besucht wird. Erst durch die entsprechende Aufmerksamkeit der Kunden winken Erfolge wie Follower in sozialen Netzwerken (und neue Follower können über soziale Netzwerke wiederum auf die Seite gelenkt werden), Anfragen von potenziellen Kunden, neue Auftrage, Online-Bewertungen, Empfehlungen über Social Media.

Möglichst jeder Content soll zum Unternehmensziel beitragen. Dabei ist dir natürlich bewusst, dass nicht jedes einzelne Bild, jeder einzelne Absatz sofort und unmittelbar zum ROI beiträgt. Die Inhalte sollten sich aber in die generelle Strategie einfügen, nämlich das Unternehmen als kompetenten, vertrauenswürdigen Ansprechpartner für die jeweilige Leistung zu positionieren. Wie das geht? Mit hochwertiger Leistung bzw. einem hochwertigen Produkt und gutem Kundenservice (das ist die Aufgabe des Unternehmens) und mit tollem Content auf der Unternehmensseite, dem Blog, den Social-Media-Seiten (das ist deine Aufgabe).

Wichtige Contentelemente für lokale und regionale Unternehmen

Unter „Content“ fassen wir hier alle Inhalte zusammen, unabhängig davon, wo du es publizierst, ob auf der Website, dem Blog oder den Social-Media-Seiten. Was genau von unseren Vorschlägen umsetzen kannst bzw. solltest, hängt natürlich immer vom jeweiligen Unternehmen und teilweise auch vom Budget ab.

Produkt-/Leistungsbeschreibung

Die Informationen über die angebotene Leistung sollten auf die Zielgruppe zugeschnitten sein. Endkunden wollen andere Informationen und eine andere Ansprache als Businesskunden.

Mission/Vision/Philosophie

Wir sind keine großen Fans davon, genau diese – inzwischen doch arg ausgelutschten –Worte zu verwenden. Es braucht auch nicht jedes Unternehmen eine „Philosophie“, aber jedes Unternehmen kann und sollte sich vorstellen. Jeder Unternehmer sollte in ein paar Worten erklären können, weshalb er gerade das macht, was er macht, und was das besondere an gerade dieser Firma ist. Wann wurde das Unternehmen gegründet? Was ist anders als bei den Mitbewerbern? Welche Kunden spricht es an?

Kontaktseite

Hier sollten die potenziellen und bestehenden Kunden auf einen Blick alle nötigen Informationen finden. Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und evtl. eine Anfahrtsskizze sind Standard.

Je nach Unternehmen gehören hier auch die Öffnungszeiten, Parkmöglichkeiten, ggf. die Anfahrtsmöglichkeiten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, Barrierefreiheit usw. dazu.

Bei größeren Unternehmen, beispielsweise bei lokalen Energieanbietern, Landkreisbetrieben etc. ist es für die Kunden enorm hilfreich, direkt Informationen zu Ansprechpartnern und die entsprechenden Kontaktdaten zu bekommen.

Kundenaktionen

Darunter fassen wir alle Möglichkeiten zusammen, das Unternehmen und den Kunden zusammenzubringen: Direkte Anfragen über das Kontaktformular, Kataloganforderung, Download von Informationen oder Gutscheinen etc. (Das ist das, was im Marketing unter „Lead-Generierung“ geführt wird.) Der potenzielle Kunde ist ja schon auf der Unternehmensseite, der erste Schritt zum Kauf/der Auftragserteilung ist damit getan.

Referenzen/Presseberichte

Referenzen sind gerade auch im lokalen Bereich extrem wichtig. Hier bieten sich, je nach Branche, Fotos  oder auch Videos an. Ermutige deine Auftraggeber dazu, Kunden routinemäßig darum zu bitten, sie als Referenz angeben zu dürfen. Ideal ist das mit Bild und Beschreibung, falls das möglich ist.

Positive Presseberichte sind immer interessant für potenzielle Kunden. Bitte die jeweilige Zeitung darum, dir den Bericht als PDF zur Verfügung zu stellen, damit du ihn einbauen kannst. Links zu Tageszeitungen kannst du über deine Social-Media-Accounts teilen, aber für die Verwendung auf der Unternehmensseite sind PDFs besser geeignet. Unbedingt an den Copyright-Vermerk denken, und auch Autor und Fotograf namentlich nennen. Die Einwilligung der Zeitung zur Verwendung des Artikels aufbewahren.

Preise & Wettbewerbe

Hat das Unternehmen Preise gewonnen? Nimmt es an Wettbewerben teil? Das alles ist interessant für den Content Manager, ob für die Website oder für Social Media. Denke aber daran, dass reine „Industrie-Wettbewerbe“ für Endkunden oft nicht wirklich interessant sind. Hier die Berichterstattung lieber nicht allzu groß auswalzen.

Fotos und Videos

Fotos und Videos sind von Haus aus attraktiv, weil sie naturbedingt lebendiger wirken als reiner Text. Nicht jede Branche eignet sich gleich gut für Bilder, trotzdem solltest du dich bemühen, zu jedem Text oder Posting mindestens ein passendes Bild zu finden. Eigene Bilder bzw. eigens erstellte Fotos sind immer besser als Stockfotos, die meist nichtssagend sind.

Auf der Website sind – interessante! – Videos der Unternehmensgründer gut zur Vorstellung des Unternehmens geeignet. Hier den Grundsatz „In der Kürze liegt die Würze“ beachten.

Videos von Firmenjubiläen, kurze Einblicke in den Arbeitsalltag oder die Produktion (wo möglich) sind auf Social-Media-Seiten gut untergebracht.

Teilnahme an der Gesellschaft/Sponsoring

Falls das Unternehmen den örtlichen Sportverein sponsert oder dauerhaft mit Produkten bzw. Leistungen eine gemeinnützige Einrichtung am Ort unterstützt, darfst du das ruhig erwähnen. Engagement für die Mitmenschen wird heutzutage durchaus erwartet und positiv aufgenommen.

Hier sollten auch die Links zu den jeweiligen Einrichtungen oder Vereinen eingebaut werden, vielleicht gemeinsam mit einem Hinweis auf Spendenmöglichkeiten.

Vernetzung und Mitgliedschaften

Mitgliedschaften in relevanten Vereinigungen können auf der Internetseite gut eingebaut werden (mit entsprechendem Link). Auf Social-Media-Seiten ist die Vernetzung mit den jeweiligen Vereinigungen wichtig.

Die Mitgliedschaften sollten idealerweise das Engagement des Unternehmens für Ausbildung, Weiterentwicklung, Arbeitsschutz, Umweltschutz, etc. transportieren.

Infografiken

Infografiken sind die Wunderwaffen des Internets. Eine gut gemachte Infografik zu einem interessanten Thema ist fast eine Garantie dafür, dass der Inhalt geteilt wird. Falls es der Tätigkeitsbereich des Unternehmens also irgendwie hergibt, solltest du Infografiken erstellen bzw. erstellen lassen und in gut teilbarer Form einbauen.

Das darf auch gerne ein bisschen unterhaltsam sein, ob in Thema oder Aufbereitung. Lass‘ dich für den Inhalt der Infografiken beispielsweise von der Jahreszeit inspirieren (z.B. zu saisonal gefragten Produkten oder Leistungen) oder von häufigen Kundenfragen. Jede Frage, die mehr als einen Satz als Antwort verlangt, und wo am besten noch ein Bild nötig wäre, kann Aufhänger für eine Infografik sein. Nicht vergessen: Firmenname und Web-Adresse in die Grafik packen!

Bei allen Content-Entscheidungen ist letztlich immer nur eine Frage wichtig: Was interessiert die Besucher? Das ist meist einfach zu beantworten, denn du musst nur danach gehen, was du normalerweise auf Unternehmensseiten suchst.

Im zweiten Schritt kommt der Content dazu, der der Präsentation und Selbstdarstellung des Unternehmens dient. Hier ist manchmal ein bisschen Taktgefühl gefragt, denn nicht alles, was deine Auftraggeber bzw. dein Arbeitgeber unbedingt auf der Website sehen will, ist wirklich relevant für die Seitenbesucher. Andererseits kann es sein, dass du den Inhalt einfach nur geschickt aufbereiten musst, damit daraus ein echter Klick-Hit wird, der euch neue Kunden beschert!

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About the Author:

Florian Kohl ist Geschäftsführer beim Revista Verlag in Schweinfurt, Podcaster bei schweinfurtundso.de, Blogger bei floriankohl.de und Partner bei kunkel & kohl. Du erreichst Florian per Email unter fk@kunkelundkohl.de

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